Canon 200D, Lumix G81 oder EOS M50?

Der Sommer kommt mit großen Schritten, auch wenn es die -10 Grad Außentemperaturen nicht glauben machen und die Namhaften Kamerahersteller schicken sich an neue Modelle für tolle Sommerfotos auf den Markt zu werfen.

Für mich rückt das Thema Vloggen immer mehr in der Vordergrund und ich schaue mich nach geeigneten Kamera-Kandidaten im Handel um. Ich habe daher Modelle im Fokus die mindestens einen Selfiemonitor und auch einen Mikrofonanschluss besitzen.
In diesem Beitrag möchte ich Euch natürlich an meinen Überlegungen teilhaben lassen.

Akuell

Derzeit habe ich 2x Lumix G70 zum Filmen, eine Nikon D7100 zum fotografieren und eine Canon Powershot G3X zum vloggen und irgendwie erwärmt der eine oder andere neue Kamera-Kandidat am neuen Fotomarkt mein Herz und ich habe bock mir mal was neues zu gönnen.

Canon 200D

Mit der Canon 200D hat das Unternehmen unter Beweis gestellt „wie können auch klein“… ok… kann ich bestätigen, das Ding ist wirklich nicht größer als meine G70 und somit ideal – zumindest was die Größe der Kamera betrifft.

Seit einigen Mittagspausen besuche ich nun meinen lokalen Fotohändler und probiere mit dieser Kamera herum, die berühmt für ihren tollen Videofokus ist und das beste Hautbild im Videomodus verspricht.

Zugegeben, ich bin was den Videoworkflow betrifft reichlich von der Lumix G70 verwöhnt aber dennoch kann die Canon 200D mein Herz nicht so recht als Vlogging-Cam erwärmen. Dies hat durchaus mehrere Gründe.

1.) Natürlich ist mir bewußt, das es sich bei der 200D um eine typische SRL mit mechanischem Spiegelkasten handelt, dennoch waren mir die dadurch bedingten Nachteile nicht so ganz klar. Zum einen, kann ich den Sucher beim Filmen nicht nutzen – er ist schwarz, logisch! Ich muss daher im hellen Sommer mit dem Display klar kommen.

2.) Bedingt durch den Spiegelkasten gibt es immer irgendwie ein Schlag-Geräusch, das auf Dauer stört oder andere stören könnte.

3.) Der Mikrofonpegel kann an der 200D zwar eingestellt werden, jedoch wird er im Display während des filmens nicht gezeigt – warum nicht?

4.) Der APSC-Sensor ist nicht Bildstabilisiert, lediglich das Objektiv besitzt einen Stabilisator. Für viele Objektive sicherlich kein Problem aber gerade die tollen Festbrennweiten haben ausnahmslos keinen Stabi, hier brauche ich als mindestens ein Stativ oder ähnliches.

5.) Die Fernsteuer-APP von Canon ist sicherlich um längen besser als diese schrottige Nikon-APP aber auch diese kann überhaupt gar nicht zum filmen benutzt werden – das ist echt blöde!

Canon EOS M50

Die M50 ist der nächste Wunschkandidat auf meiner Liste. Sie versricht, wie auch die 200D, einen tollen APSC-Sensor und damit hervorragende LowLight-Eigenschaften.

Die Kamera kommt zur Fertigstellung dieses Artikels gerade bei den Händlern an. Dennoch hat Canons EOS M-Serie auch so ihre Problemchen.

1.) Es gibt kaum native Objektive für das System. Natürlich kann ich die traditionellen DSLR-Objektive via Adapter nutzen aber möchte ich das denn wirklich?

2.) Die M50 kann kein 4K wobei mich dieses Thema überhaupt nicht juckt, denn wo kann man schon 4K mobil vernünftig streamen? In Deutschland nicht!

3.) Die M50 teilt ein wenig die Probleme der 200D. Die Android-APP ist einfach nur scheiße – muss man wirklich sagen, sorry Canon. Außer fotografieren geht da nicht viel.

4.) Auch bei dieser Kamera ist der Sensor nicht stabilisiert – schade!

Lumix G81

Die G81 ist technisch gesehen mein Traum aber im prinzip habe ich mit der G70 bereits genau so ein MFT-Modell. Ok, zugegeben mit der G81 im Metallgehäuse erkaufe ich mir endlich einen stabilisierten Sensor und ich kann jedes Objektiv stabilisert beim filmen nutzen, das ist schon geil, und auch der Staub und Spritzwasser Schutz ist nicht zu verachten aber ich wollte doch mal was neues ausprobieren… und dabei reizt mich der größere APSC-Sensor schon sehr… ach menno. 🙁

Fazit

Canon (200D, EOS M5, EOS M6, EOS M59) reizt mich grundsätzlich auf Grund des tollen AF-Modus und der hervorragenden Hautdarstellung im Videomodus – diese Eigenschaften habe ich auch bei meiner G3X als sehr angenehm empfunden.

Allerdings weiß ich nicht so recht ob ich eher zur jungen EOS-M Reihe mit kleinem Objektivvorrat greifen soll oder lieber zur DSLR mit vielen tollen Objektiven und die Nachteile stillschweigend hinnehmen.

ODER… ich bleibe bei Lumix und erweitere die Reihe mit der G81 nach oben.

2 Comments

  1. Hallo Ray,
    seit ein paar Jahren benutze ich den Vorgänger der EOS 200D, die 100D. Zum filmen benutze ich sie erst seit kurzem, aber trotz angeblich langsamen Autofocus macht sie richtig gute Videos. Wenn du übst, die Kamera ruhig (!) zu halten kannst du gut die exzellenten Festbrennweiten ohne Stabilisator verwenden. Mir gefällt das alte EF 35mm, f2,0 und das EF-S 24mm f2,8 richtig gut – unstabilisiert, aber mit guter Ausgangsöffnung und mit sehr guter Bildqualtät. Das EF-S 10-18mm F 4,5-5,6 ist bei etwas Licht und in Innenräumen großartig und stabilisiert.
    Die EOS 200 D ist sicher schneller im Video AF, das ist ein Vorteil. Die Bildqualtät ist schon bei dem 18 MP Sensor der 100D sehr gut, da werden M50 und 200D noch etwas mehr bringen.
    Ich finde, man muss nicht jeden Winkelzug der Kameraindustrie mitmachen und ständig neue Modelle kaufen, mein 35mm Objektiv stammt noch aus Analogzeiten und ist auch heute noch ne Wucht – für kleines Geld (das „alte“ EF 28/2,8 war dagegen durchschnittlich; toll auch das EF 85 f1,8: Spitzenoptik für 350 Euro.)
    Mein Tipp: Bälle flachhalten und (alte) Perlen erwerben.
    Herzliche Grüße
    Ernst

    Ernst Steinberg
    1. Hallo Ernst, ich sehe das genau so wie du. Man lässt sich viel zu schnell vom Sog des Kaufens neuer Modelle anstecken, während die Vorgänger ebenfalls excellente Arbeit leisten – immer noch.

      Die Videografie ist für mich noch recht neu, also habe ich von daher sowieso kaum bildstabilisierte Linsen. Meine G70 und meine D7100 haben ein paar bildstabilisierte Objektive aber ich schalte den Stabi immer aus, da ich finde, das er eine komische Bildwirkung hat. Die „atmende Kamera“ sieht ohne Stabilisator wesentlich natürlicher aus als dieses schwammige hin und her geschaukel des Stabis.

      Ich frage mich aber auch immer ob diese „Brutalo-Schärfe“ wie viele sie wünschen überhaupt gut ist. Ich denke immer an die alten Fotografen von früher, die mit wesentlich schlechteren Equipment Kunstwerke geschaffen haben.

      Das 85mm habe ich als NIKKOR und das 28mm wünsche ich mir aktuell für die Canon 200D… mal sehen was das Urlaubsgeld bringt 😉

      LG Ray

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