Die RX0 von SONY

Was in HerrGottsNamen hat Sony da schon wieder gebaut? Eine Actioncam? Eine Filmkamera oder gar Fotokamera? Sony ist das gelungen was viele Hersteller seit anbeginn der Zeit versuchen, das wohl kleinste und professionellste Vlogging/Film-Rig dieses Planeten herzustellen – die RX0.

Die Sony RX0 ist wahrlich ein sonderbares Geschöpf auf dem Fotomarkt – Grund genug mir diese Kamera tatsächlich zu kaufen, denn der Formfaktor und der große 1″ Sensor reizen mich doch sehr. Zudem habe ich traditionelle Kameras der renomierten Hersteller genug bei mir herumstehen – Zeit für etwas anderes.

Wer hat sich nicht schon immer eine leistungsfähige Kamera für Foto und Video gewünscht die den Abmessungen einer Actioncam entsprechen? Ich glaube so ziemlich jeder! Denn nichts nervt mehr ab als dieser ganze Ballast den man als Fotograf/Videograf mit sich herumschleppt – nur um ein Foto mit 100x100px bei Facebook oder Instagram zu posten (ich übertreibe, Ihr wisst was ich meine).

Zugegeben, es befindet sich kein Vollformat-Sensor oder APSC-Sensor im kleinen Aluminium-Gehäuse der RX0 aber immerhin sind es stattliche 1″ die viele User aus den Modellen der RX10 und RX100 kennen und deren Abbildungsleistung bisher in diesem Segment unübertroffen sind.

Natürlich ist es vollkommen logisch, wenn viele Funktionen der großen Brüder auf Grund der kompakten Bauform fehlen oder auf andere Weise implementiert wurden. Beispielsweise ist kein manueller Fokusring am 24mm Objektiv vorhanden, dennoch kann manuell fokussiert werden und zwar ausgesprochen gut und dank Focuspeeking ist die sofortige Kontrolle am Monitor leicht möglich.

Sony hat sogar an die vielen Vlogger gedacht die ihre geliebte Kamera immer und überall dabei haben möchten, denn man mag es kaum glauben aber die RX0 verfügt tatsächlich über einen regulären Stereo-Mikrofonanschluss im 3,5mm Format. Die intergrierten Stereomikrofone sind bereits von Hause aus sehr gut in ihrer Qualität und können in gerichteter Anordnung nach vorne, einen besseren Richtcharakter entwickeln als dies die meisten DSLR oder DSLM tun.

Ein Blick in die Menüs und Optionseinstellungen offenbart, das hier wohl die Technik der hochwertigen Sony Alpha-Kameras vor sich hin werkelt. Ich persönlich war extrem beeindruckt wie viele Bildparameter in den PictureProfiles eingestellt werden können – das ist schier der Wahnsinn und somit weit von dem entfernt was viele Actioncam-User kennen. Dies ist ein Zeichen eines echten Profiwerkzeuges!

Dies bringt mich allerdings gleich zum nächsten Thema – der Monitor!
Das Surfen im Systemmenü kann wochen dauern, schnell verliert man sich in irgendwelchen Einstellungen von Gamut und Knie – sehr hilfreich ist der extrem kleine Monitor bei dieser abendfüllenden Tätigkeit allerdings nicht, im Gegenteil, ein externer Monitor (oder TV) ist unbedingt nötig, um die kleine Schrift lesen zu können. Leider hat Sony scheinbar das Betriebssystem aus seinen DSLM-Kameras einfach auf die kleine RX0 gestülpt ohne es sinnvoll an den Monitor anzupassen. Der Einsatz geeigneter Icons statt fummligem Text hätte der besseren Erkennbarkeit gut getan, beispielsweise kann ich nie auf anhieb erkennen in welchem Fokus-Modus sich das Objektiv befindet – das nervt.

Bei einigen Recherchen im Internet und auf bekannten VideoPlattformen war zunächst nichts über die RX0 zu finden. Nach wenigen Wochen Wartezeit zeigten sich die ersten Videos und Wortmeldungen zu dieser Kamera. Viele User waren etwas mukkiert über die geringe Laufzeit des Akkus – ich habe es ausprobiert… gut… also er ist in der Tat kein Riese aber sein wir mal ganz ehrlich, wenn ich vor habe 6 Stunden lang ein Video zu drehen, dann packe ich mir eine große Kamera ein, die deutlich ergonomischer zu nutzen ist und länger läuft.
Die kleine RX0 lässt sich jedoch ganz hervorragend für kleine Shoots und Video-Takes nutzen und schafft es dabei auf ganz ähnliche Laufzeiten wie die der Konkurenz. Zudem haben die meisten Foto- und Videografen Wechselakkus dabei oder nutzen eine Powerbank!

Fazit

Ich würde sagen die RX0 ist keine Actioncam im traditionellen Sinn, denn sie definiert Qualität und Performance in diesem Segment vollkommen neu und legt die Meßlatte unerreichbar hoch für traditionelle Marken. Sie richtet sich daher an Profis die einen deutlich gehobenen Anspruch an ihr Foto- und Videomaterial stellen. Natürlich kann sie auch als teure Actioncam betrieben werden und ist dabei sogar robuster als die Konkurenz. Wenn man so möchte ist es die GoPro der Hollywood-Studios.

Den vielen Vloggern kommt diese Kamera ebenfalls sehr entgegen. Der Fokus lässt sich sehr leicht einstellen und hat dank der Blende von F4 eine sehr großen Schärfebereich, folglich ist der Actor vor der Kamera immer Scharf ohne lästiges Fokus-Pumpen.

Die Kamera ist mit einem angesteckten Sennheiser MKE400 (siehe Artikelbild) klein genug, um sie in den Flieger oder in einer Hand zu transportieren. Die eingebauten und nach vorne gerichteten Mikrofone überzeugen mehr als die üblichen DSLR-Mikrofone in Klang, Qualität und Richtwirkung.

Und so ganz nebenbei, wer mangels Geld oder Zeit während des Videodrehs auf ein externes Mikrofon verzichten muss wird sich freuen, denn gegenüber der DSLR/DSLM-Konkurenz gibt es keinerlei störende AF-Betriebsgeräusche in den Mikros – das ist wirklich ausgezeichnet.

Wem beim vloggen mit der GoPro schon immer der stark verzerrte FishEye-Look abgenervt hat, ist mit der RX0 und der augenschonenden 24mm Normalbrennweite sehr gut beraten, denn die Videos wirken viel harmonischer und natürlicher für den Betrachter.

Übrigens – wer schon immer mit dem Kauf eines elektrischen Gimbals geliebäugelt hat, kann aus dem leichten Betriebsgewicht einige Euros Vorteile ziehen, denn für die leichte RX0 reicht bereits ein preiswerterer Gimbal aus.

Die Akkuleistung ist wieder erwarten normal üblich in diesem Segment, eine Powerbank oder ein zweiter Akku machen durchaus Sinn. Allerdings hat man heutzutage so viele Möglichkeiten fast überall elektrische Geräte aufzuladen, das die geringe Laufzeit kaum noch eine Rolle spielt. Sogar jedes Taxi oder jeder drittklassige Reisebus bietet einen 12V Anschluss mit USB.

Was mich aber tatsächlich stört, ist der viel zu kleine Monitor und ein fehlendes AF-System im Videobetrieb. Zwar ist eine Gesichtserkennung vorhanden, jedoch fokussiert diese nicht auf mein Gesicht, der Fokus scheint fest eingestellt zu sein  (so habe ich jedenfalls den Eindruck). Allerdings muss man abwarten was Sony weiter mit der RX0 noch plant, denn selbst die Kameras der hauseigenen Actionserie HDR und FDR bieten ein AF-System und sogar excellente Bildstabilisierung – warten wir also ab was künftige Firmwareupdates an neuen Funktionen bringen werden.

Ich würde die RX0 genau so wie auch die RX1 (DSLM mit Vollformat Sensor) als Prototypen einer Machbarkeit sehen die durchaus das Potential haben den Markt in einem Jahr komplett umzukrempeln. Im Moment ist sie jedoch das Faberge Ei unter den Kameras mit dem man sich als Videograf/Vlogger oder Fotograf ernsthaft aus der groben Masse deutlich absetzen kann, was durch hohe Qualität neue Perspektiven und noch stärkere Mobilität gekennzeichnet wird – sofern man bereit ist einen recht hohen Anschaffungspreis dieses Flagschiffs in Miniformat zu zahlen.

2 thoughts on “Die RX0 von SONY”

    1. Hallo Tilman, die RX0 hat einen Stativanschluss an der Unterseite. Im System der RX0 habe ich die Option Spiegeln eingestellt, damit sie über Kopf filmt, dadurch kann der Stativanschluss nach oben wandern. Von SmallRig habe ich einen separaten Alu-Blitzschuh aufgeschraubt, die gibt es bei Amazon für ein paar EURO aus Aluminium.
      Viele Grüße Ray

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