Canon 200D – Fazit

Mein Fazit zur Canon EOS 200D ist natürlich von meinen persönlichen Wünschen und Erfahrungen gefärbt, folglich ist es nur wenig objektiv – logisch.

Zwar handle ich mir aufgrund der andersartigen Technik (hier DSLR statt DSLM) einige Nachteile in der täglichen Arbeit ein, jedoch überwiegen die Vorteile der Canon EOS 200D deutlich die Nachteile.

Große Objektivauswahl | Die riesige Auswahl an interessanten Objektiven im DSLR-Segemnt ist immer noch der stärkste Grund auch weiterhin eine Spiegelreflex zu kaufen. Die Entwicklung neuer Objektive ist in der Regel sehr zeitaufwändig und dauert teils Jahre, daher ist auch noch nicht all zu bald damit zu rechnen, den gleichen Objektiv-Vorrat im DSLM-Segment vorzufinden, dieser wird sich erst über die Jahre Objektiv für Objektiv etablieren.

Canon EOS 200D von oben
Canon EOS 200D von oben, wobei der Powerswitsch recht fummelig ist

Ich nutze daher DSLR-Objektive mit Bildstabi zum mobilen vloggen – handheld und Festbrennweiten zum stationären Filmen im Kinolook.

Besserer Ton der internen Mikros | Grundsätzlich bevorzuge ich Kameras ohne eigenen Stabilisator, da der interne Ton frei vom rauschen des Gyros/Servos im Stabi ist.

Canon EOS 200D mit Mikrofoneingang
Canon EOS 200D mit Mikrofoneingang

Der Ton der internen Mikrofone wird bei solchen Kameras oft vom Servo-Rauschen des internen Stabis untermalt. Dies ist auch der Grund warum ich zum Beispiel die Lumix G70 so liebe, sie hat keinen Stabilisator. Ebenso die EOS 200D, der Ton ist grundsätzlich sauber und klar, nur ein altes Objektiv mit lautem Fokusmotor kann diesen Vorteil noch zu nichte machen.

Video in Full HD | Dieses Videoformat hat sich aus meiner persönlichen Sichtweise als Standard herausgestellt. Zwar sind die vielen Internetmedien voll von 4K-Videos aber ich sehe die technischen Rahmenbedingungen leider immer noch schwierig, um 4K-Videos mobil sinnvoll streamen zu können. Ein mobiles vloggen und schneiden von 4K-Material halte ich für ausgeschlossen und zu umständlich. Hingegen sind Full HD-Daten sehr einfach händelbar und jeder kann sie mit seinem Smartphone unterwegs streamen.

Dual-Pixel AF | Für das Fokussystem ist Canon berühmt geworden. Derzeit scheint dieses Fokussystem das wohl beste zu sein, wenn es darum Geht bewegliche Gesichter vor der Kamera soft und ohne AF-Pumpen zu fokussieren.

Canon Dual Pixel AF
Canon Dual Pixel AF

Selbst die Konkurenz wie Sony oder Nikon können es leider immer noch nicht besser und zeigen hin und wieder ein Pumpen des Autofokus.

Gute Darstellung der Hauttöne | Auch in diesem Bereich ist Canon unschlagbar. Die Abbildung der menschlichen Haut erfolgt durch den Canon-Sensor deutlich vorteilhafter und erzeugt ein ebenmäßiges natürliches Bild. Meine Lumix G70 oder die Nikon D7100 können hier nicht mithalten – egal wie ich auch das Bildprofil pimpe.

Canon EOS 200D mit reduziertem Buttonlayout
Canon EOS 200D mit reduziertem Buttonlayout an der Rückseite

Die 200D ist klein | …aber so richtig. Canon hat mit der EOS 200D die wohl kleinste und leichteste Spiegelreflex am Markt. Dies wirkt sich positiv im Gewicht aus. Freunde eines elektronischen Gimbals profitieren ebenso, da sie für die 200D die preiswerteren Gimbals für kleine DSLM nutzen dürfen. Das spart eine Menge Geld.

Canon EOS 77D vs EOS 200D
Vergleich der Canon EOS 70D (links) mit der EOS 200D (rechts) – so klein ist „klein“, die Canon EOS 200D ist die kleinste DSLR auf dem Markt

10-18mm Vlogging-Objektiv | Dieses Objektiv gibt es tatsächlich nur bei Canon für 219,- EUR. Zwar bekomme ich auch für Nikon ein 10-20mm SIGMA, dies schlägt jedoch mit rund 400,- EUR auf den Geldbeutel.

Canon EFS 10-18mm
Canon EFS 10-18mm

Für die Panasonic Lumix G70 gäbe es ein 7-14mm das jedoch gleich rund 800,- EUR kostet.

Video auch über ANDROID-App | Zugegeben, diese Funktion hat mich dann doch überrascht, denn das Fernsteuern des Videobetriebes kannte ich bisher ausschließlich aus der Lumix G-Serie (G70, G80, GX80, GX8,…). Um so besser, denn diese Funktion nutze ich in der Tat am häufigsten beim Filmen mit Festbrennweiten wie das 24mm F2.8 oder dem 50mm F1.8.

Timelapse als MOV | Dies ist etwas ärgerlich, denn die EOS 200D erstellt das Timelapse-Video als MOV-File statt als MP4. Ich vermute ganz stark, das dies mit irgendwelchen dämlichen Lizenzgebühren zusammenhängt. Folglich muss das Videomaterial konvertiert werden, allerdings können Sie dies bereits mit dem Smartphone und kostenlosen Konvertern erledigen – also halb so wild.

Timelapse als MOV statt MP4
Timelapse als MOV statt MP4

Störender ist jedoch die Tatsache, das sich die MOV-Dateien leider nicht via WLAN übertragen lassen, Sie müssen also die SD-Karte in das Handy stecken (Micro-SD oder Kartenleser mit OTG-Kabel).

DSLR statt DSLM | In diesem Punkt bin ich sehr entspannt und muß sagen welche Technik dafür verantwortlich ist das Bild zu erzeugen, ist mir so ziemlich schnuppe. Wichtiger ist jedoch die Qualität oder der Bildlook.

DSLM vs DSLR
DSLM vs DSLR

Zwar sind DSLM wie Lumix, Olympus oder Sony ebenfalls sehr gut, jedoch mangelt es entweder am Klappdisplay, Mikrofoneingang einer bezahlbaren Vlogging-Linse oder oder oder… Stattdessen nutze ich das passende Werkzeug für die entsprechende Anforderung und wenn das Werkzeug in diesem Fall DSLR lautet, dann ist mir auch dies recht – der spätere Betrachter sieht sowieso keinen Unterschied.

Kein Mikrofonpegel im Display | Natürlich reden wir bei der EOS 200D um eine absolute Einsteiger-DSLR mit gehobenen Qualitäten jedoch den Mikrofonpegel während des Filmens im Display auszublenden das werde ich nie verstehen, zumal diese zusätzliche Anzeige Canon doch nun wirklich kein Geld gekostet hätte.

Einpegeln des Mikrofons
Einpegeln des Mikrofons, sofern Manuell aktiv ist

Statt dessen muss man vor dem Video das Mikrofon einpegeln (sofern man nicht die Automatik nutzet), es ist nicht sehr aufwändig und geht sogar recht fix von der Hand.

Kein Sucher beim filmen | Zwar kann ich auf Grund der Bauweise mit Spiegelkasten den Sucher zum filmen nicht nutzen, habe dafür aber den besten Autofokus und die natürlichste Hautdarstellung im Videobetrieb und dies ist für mich sehr viel mehr Wert als der fehlende Sucher im Videobetrieb. Zudem steigt die Akkulaufzeit beträchtlich an, da der Sensor nicht ständig unter Strom gehalten werden muss.

Kein Silent Shutter | Erst durch das Weglassen des Spiegelkastens ist es bei spiegellosen Kameras wie der Lumix G70 möglich geworden einen lautlosen Shutter umzusetzen. Die EOS 200D kann dies jedoch nicht. Für mich ist dies jedoch kein echtes Manko, denn ich kann ja durchaus in solchen Fällen auf meine G70 zurückgreifen wenn ich das möchte.

Tipp 1 | Sofern Sie vor haben mit der Canon EOS 200D mobil zu vloggen (ohne Laptop und PC), dann empfehle ich Ihnen diese mit einer Micro-SD Karte und Adapter zu betreiben, denn erst dadurch können Sie Timelapse-Videos auf dem Smartphone oder Tablet in MP4 konvertieren.

Tipp 2 | Als Vlogginlinse empfielt sich das Canon 10-18mm STM Objektiv, es ist mit circa 219,- EUR recht preiswert und im Falle eines Verlustes über all auf der Welt leicht nachzukaufen. Zudem besitzt es einen sehr guten Bildstabilisator.

Tipp 3 | Als alternative Vlogginglinse empfehle ich das 24mm F2.8 Pancake. Dieses Objektiv hat eine recht lichtstarke Offenblende und kann bereits sehr gut im Foto- und Video-Modus Portraits freistellen, zudem ist es sehr klein und preiswert. Mit circa 130,- EUR kann es sogar als Notfall-Vlogginglinse fungieren. Allerdings besitzt es keinen Stabilisator, daher sollte die Kamera mindestens auf einem kleinen Tischstativ stehen (oder: Gimbal/Schwebestativ).

Canon 200D – das ist gut

Canon 200D – das ist schlecht

Timelapse Zeitfaktoren

2 Comments

  1. Pingback: Das ist gut an der Canon EOS 200D – Mr Ray Getty – Photography

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