Geheimtipp EOS M6

Auch wenn die Canon EOS M6 II in den kommenden Tagen die Regale des Fotogeschäfts erreicht, ist es Zeit mal über die bisherige Canon EOS M6 I nachzudenken, denn aktuell ist diese ultimative VloggingCam für etwa 350,- EUR (Body) zu haben.

Das Lineup

Wenn es nach der Nomenklatur der Canon-Kameras geht, dann sind sicherlich die M5 gefolgt von der M6 die Spitze in Canons DSLM Segment. Die M50 ist eher im mittleren Preis-Segment angesiedelt, ist jedoch technisch neuer ausgestattet als die bisherige M5 und M6.

Und als echter Kamera-Nerd habe ich natürlich die M50 und die M6.

Design und Verarbeitung

Die M6 macht ihrem Platz in Canons Produktlinie alle Ehre, sie ist deutlich hochwertiger verarbeitet als die M50. Auch wenn die M6 ebenfalls vorwiegend aus Plastik ist, so ist sie schwerer (400g Body) und liegt gut in der Hand. Zusätzlich hat sie mehr Bedienelemente bekommen, um Funktionen unkomplizierter und schneller erreichen zu können.

Hingegen ist die etwas leichtere M50 (380g Body) entsprechend ihres Preissegmentes mit sehr billigem Polycarbonat verarbeitet, fast schon zu billig.

Der fest verbaute Sucher der M50 stellt sicherlich für den einen oder anderen einen Mehrwert dar aber ich brauche ihn zum vloggen nicht. Zudem scheint der Sucher eine eher günstige Qualität zu sein, denn das Bild wirkt flau und unscharf.

Der Klappmechanismus des M50-Displays zur Seite ist zum vloggen zwar gut aber nicht unbedingt die erste Wahl, besser ist das Klappdisplay der M6 nach oben, da der Blickkontakt zum Objektiv besser erhalten bleibt, da die Augen in der Objektivachse bleiben können.

Etwas verwundert hat mich die Tatsache, das die M50 und die M6 zwei unterschiedliche Akku-Formate nutzen - warum? Das leuchtet mir überhaupt nicht ein. Zumal der Akku der M50 mit maximal 370 Fotos schwächer zu sein scheint als der Akku der M6 der maximal 425 Bilder schafft. Warum hat Canon den größeren Akku nicht beibehalten?

Wie bei Canon üblich, ist auch die M6 und die M50 mit einem Mikrofonanschluss ausgestattet - das ist super. Jedoch ist dieser in beiden Kameras von minderwertiger Qualität, der kleine 3,5mm Stecker ist zu leichtgängig und zu wackelig. In der Audio-Praxis hat dies aber keine Auswirkung auf den Ton.

Ausstattung

Lassen wir im Moment mal außer acht, das die M50 mit dem neueren DIGIC 8 und die M6 mit dem älteren DIGIC 7 Prozessor arbeitet, so ist das Betriebssystem der M6 dennoch funktional hochwertiger ausgestattet als das der M50.

Etwas im Vorteil ist die M50 gegenüber der M6 in der Verwendung des Fokus. Die M50 kann im Sucherbetrieb das abgeschaltete Display als Mauspad für die Positionierung des AF Punktes nutzen, ähnlich wie man es von den LUMIX Kameras kennt. Dies kann die M6 nicht, da sie keinen Sucher besitzt und daher immer auf das Display angewiesen ist. Die M50 unterstützt erstmalig auch einen Augen-AF im Fotobetrieb - nicht im Video!

Die M6 beherrscht lediglich FullHD und die M50 kann Videos in 4k erzeugen, was der schnelleren CPU zu verdanken ist. Darüber hinaus ist der ISO-Bereich der M50 etwas erweitert.

Äußerlich hebt sich die M6 gegenüber der neueren M50 durch mehr Bedienelemente hervor. Zusätzliche Funktionsknöpfe, einem Rad für die Belichtungskorrektur und sogar zwei Custom Programme auf dem Modus-Rad stehen zur Verfügung. Damit ist die M6 fast so gut ausgestattet wie eine große DSLR.

Fazit

Die technischen Unterschiede der M6 im Vergleich zur M50 bezüglich der beiden CPU-Versionen, fallen in der Praxis wirklich nicht auf. Beide Kameras erzeugen das gleiche Foto- und Videomaterial. Ausnahme sind das 4k-Videomaterial welches die M6 nicht erstellen kann.

Die M6 wirkt deutlich hochwertiger in der Hand und man kann flüssiger mit ihr arbeiten, da sie mehr Bedienelemente besitzt, die in der Praxis vieles leichter zugänglich machen. Zusätzlich bietet sie sogar noch zwei Custom-Programme auf dem Modusrad.

Der fehlende Sucher der M6 ist für mich persönlich sogar ein Mehrgewinn, da sich anscheinend der Stromverbrauch reduziert und die M6 länger als die M50 durchhält. Zudem ist die hochwertigere M6 noch kompakter und kleiner als die M50. Sollte mir doch noch der Sinn nach einem Sucher stehen, dann kann ich noch einen externen EVF kaufen und aufstecken. Im übrigen, ist der Sucher der M50 sehr flau und wirkt für mich etwas unscharf.

Die M6 ist aus meiner Sicht nach wie vor die hochwertigere und besser ausgestattete DSLM im Vergleich zur neuen M50.

In anbetracht des aktuellen Preises von etwa 350,- EUR (Body) sehe ich die M6 als ideale YouTube und Vloggincam, sofern man keine 4k Videos erzeugen möchte. Fotografisch kann die M50 im Vergleich zur M6 nicht mithalten, da sie zu wenig Bedienelemente hat und das herumgeklicke im Menü zur Nerverei wird. Auch der Augen-AF der M50 ist zwar nett aber im Videobetrieb leider nicht verfügbar.

Anmerkung | Auch wird unterschätzt, das viele Canon-Kameras mit dem zusätzlichen Magic Lantern ausgestattet werden können, dadurch erhält man viele neue und nützliche Funktionen wie zum Beispiel die Tonpegel-Anzeige im Videobetrieb oder einem Test-Ton, die volle Kontrolle über die Video-Bitrate und und und.