Lumix LX15 vs Canon G7X II

Immer wieder habe ich im Internet nach Beiträgen oder Videos gesucht die diese beiden Kameras miteinander vergleichen und nichts sinnvolles gefunden, daher habe ich mir die Canon G7X II und die Lumix LX15 selbst gekauft, den Verlierer (G7X) meines Vergleichs habe ich zurück gegeben und den Gewinner (LX15) behalten. Mein Schwerpunkt der Betrachtung lag vorwiegend auf der Videografie statt der Fotografie.

Release

Das Erscheinungsdatum beider Kameras ist ganz unterschiedlich, die Canon G7X II ist um ein Jahr moderner und neuer als die Lumix LX15. Diese Aktualität lässt jedoch keine Schlüsse auf die Fortschrittlichkeit und Eigenschaften des System zu.

Funktionsumfang, Firmware

Auch wenn die LX15 um ein Jahr älter ist als die Canon G7 X II, ist die LX15 der G7 um Welten überlegen. Wie alle Kameras von Panasonic beherrscht sie 4K, Postfokus, 4K-PreBurst, FullHD, Stopmotion, Slowmotion (100fps), Gradationskurven, Effektfilter, HDR, Silentshutter, Video-WiFi und und und. Die Canon hingegen kann da leider nur mit Standard FullHD aufwarten.

Die LX15 ist zwar die ältere Kamera der beiden, jedoch technisch der G7X II haushoch überlegen.

Objektiv

Die Objektive beider 1″-Systeme kämpfen fast im gleichen Segment um die Gunst des Users, die Canon mit 24-100mm F1.8 und die Lumix mit 24-72mm F1.4. Die Lumix LX15 ist um 2/3-Blendenstufen lichtstärker und bietet zudem auch einen wesentlich höheren ISO-Bereich, 25.000 statt 12.800, gegenüber der Canon G7X II an.

Gerade in der Videografie finde ich offene Blenden sehr reizvoll da sie einen Cinematic Look haben, der Hintergrund wird unscharf und das Motiv ist scharf freigestellt.

Jedoch hat mich die G7X ernüchtert, denn sie ist überhaupt nicht in der Lage mit einer vorgewählten Blende, z.B. 1.8, filmen zu können, statt dessen legt sie die Blendenwerte zwischen 3.5 und 5.6 selbst fest. Für den gewünschten Kinolook ist das extrem üngünstig. Natürlich kann die Canon im voll manuellen Modus auch mit der Blende 1.8 filmen aber eh ich das unterwegs alles richtig eingestellt habe vergeht viel Zeit, denn ich muss ISO, Blende und Belichtungszeit optimal für die aktuelle Umgebung anpassen.

Die Lumix LX15 ist da anders, ich kann dort die wundervolle Blende von 1.4 einstellen und die Kamera kümmert sich selbstständig um die korrekte ISO und Belichtungszeit, je nach meiner Vorgabe. Auf diese Weise ist der Kinolook garantiert.

Das lichtstarke Objektiv der LX15 verspricht bessere Lowlight-Performance und einen besseren Kinolook mit freigestellten Motiven, da es auch in Blendenpriorität filmen kann.

Mikrofone und Bildstabi

Die internen Mikrofone der Canon G7X II und der Lumix LX15 empfinde ich als absolut gleichwertig – bei deaktiviertem Bildstabilisator. Wird der Stabilisator aktiviert, sieht dies jedoch etwas anders aus. Bei der G7X II ist kaum etwas vom Stabilisator zu hören, wobei im Ton der LX15 ein Rauschen des Stabis hörbar ist – ich empfinde es nicht als störend aber es ist da.

Der aktivierte Bildstabi der G7X II cropt etwa mit 10mm extrem in das Bild hinein, während die Lumix LX15 lediglich um angenehme 3mm Brennweite in das Bild cropt. Dies empfinde ich zum vloggen aus der Hand deutlich günstiger. Dies hat seinen Preis, denn der Lens-Shift der LX15 muss daher stärker (hörbar) arbeiten als der der G7X II.

Fazit

Der etwas lautere Bildstabi stört in keinster Weise denn: Den Stabi nutze ich nur wenn ich mich mit der Kamera irgendwie in Bewegung befinde, also draußen bin. Folglich habe ich sowieso Hintergrundgeräusche und der Stabi ist dann nicht mehr wahrnehmbar.
Bin ich stationär mit der LX15, bin ich meisten irgendwo in Räumlichkeiten und kann den Stabi abschalten, meist steht die Kamera auf einem kleinen Tischstativ oder liegt auf festem Untergrund.
Alternativ habe ich auch noch einen ZOOM H1 Rekorder mit Lavalier-Mikrofon um auf Nummer sicher zu gehen.

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