Nikon KeyMission 80

Nikon KeyMission Lineup (Foto: Nikon)

Ab heute ist die neue KeyMission 80 von Nikon im Handel erschienen. Für mich Grund genug mir dieses Modell zu kaufen und zu testen.

Wenn Sie das erste Mal eine Actioncam nutzen | Die Kamera unterscheidet sich in ihrer Funktionsweise deutlich von preislich ähnlichen Actioncams und Kompaktkameras, Sie sollten daher durchaus einige Passagen im Handbuch nachschlagen.

Laden Sie das Gerät vor der ersten Benutzung vollständig auf! Das ist wichtig!

Aufbau

Die KeyMission 80 aus dem Hause NIKON (http://Nikon.de) ist eine Actionkamera und richtet sich vorwiegend an Fotografen die hervorragende Bilder und Videos unter sehr schlechten Witterungsbedingungen aufnehmen möchten bzw. müssen.

Im Lineup von Nikons Action-Serie befinden sich zwei weitere Modelle, sie unterscheiden sich grundsätzlich in der Größe des Bildwinkels, also 360 Grad und 170 Grad. Nikon nennt diese Actionscams daher sinnvoll KeyMission 170 und KeyMission 360.

Nikon KeyMission Lineup (Foto: Nikon)
Nikon KeyMission Lineup: KeyMission 80, KeyMission 360, KeyMission 170 (Foto: Nikon)

Ich habe mich bewußt für die KeyMission 80 entschieden, da der engere Bildwinkel Fotos und Videos deutlich natürlicher wirken lässt. Das Internet ist leider zu voll mit Videos im unangenehmen GoPro-Style.
Aber wie gesagt, dies ist nur meine persönliche Ansicht, denn ich nutze die Kamera oft auf Reisen, für Schnappschüsse und als Video-/Reise-Tagebuch für unterwegs.

Für letzteres ist die zweite Kamera auf der Rückseite der KeyMission 80 ideal geeignet. Im Gegensatz zu GoPro und Co können Sie Ihr FullHD Video aufnehmen und dabei den Bildausschnitt im Display zeitgleich kontrollieren. Dies bietet derzeit nur die KeyMission 80.

Übrigens lässt sich der Akku der Kamera auch austauschen, dies ist sehr lobenswert und ökologisch.

KeyMission 80 Akku austauschen
KeyMission 80 Akku austauschen

Das Gerät lässt sich ähnlich einem Smartphone öffnen (vier Schrauben sind vorher zu lösen).

Bedienkonzept

Grundsätzlich funkionieren Actioncams immer etwas anders als vergleichbare Kompaktkameras. Diese Kameras sollen schnell einsatzbereit sein und wenn möglich auch nur mit einer Hand bedienbar sein. Folglich verwundert es nicht, wenn Sie an der KeyMission zum Beispiel den Ein-/Aus-Knopf vergeblich suchen werden, es gibt einfach keinen. Die KeyMission 80 ist immer eingeschaltet, legt sich bei nicht Benutzung lediglich „schlafen“.

Ein Klick auf irgendeinen Knopf bringt Leben in die Kamera und sie ist sofort einsatzbereit. Noch besser funktioniert dies mit der Halteschale der KeyMission. Nehmen Sie die Kamera aus der Halterung heraus, ist sie sofort startklar – das ist fantastisch.

Der Inaktivitäts-Timer ist vom Werk aus auf 5 Sekunden eingestellt, dies kann durchaus etwas nerven, in der Praxis gewöhnt man sich jedoch schnell daran und es spart sehr viel wertvollen Strom (bei Bedarf lässt sich der Wert auch ändern).

Hinweis | Die NIKON KeyMission 80 lässt sich bequem mit der rechten (!) Hand bedienen, das Konzept ist ideal, denn Sie haben die linke Hand frei.

Objektiv

Die NIKON KeyMission 80 wartet mit zwei lichtstarken Objektiven auf, sie  entsprichen etwa einer 25 mm Brennweite. Die beiden Objektive besitzen eine Offenblende von F 2.0 bzw. F 2.2 dadurch können sie, gegenüber der GoPro mit F2.8, deutlich mehr Licht auf den Sensor lassen. Allerdings liegen die möglichen ISO-Werte unter der der GoPro, was aber nicht weiter tragisch ist, denn ein Nachtsichtgerät soll sie auch gar nicht sein, zumal die meisten Fotografen für solche Spezialfälle hochwertigere APSC- oder Vollformat- Kameras verwenden.

Bild und Videoqualität

Ist für den kleinen 1- 2/3″-Sensor genügend Licht vorhanden, stellt die KeyMission 80 jede GoPro locker in den Schatten. Die Bilder sind detalliert, klar und scharf. Lässt die Helligkeit abends nach, so nimmt auch die Qualität der Bilder und Videos entsprechend ab, dieses Problem teilen sich aber alle Kameras mit solch kleinen Sensoren.

Die 12,6 MP Frontkamera liefert erstaunlich hochwertige Bilder, sowohl im Foto- als auch im Video-Modus. Aus meiner Sicht liegt die KeyMission deutlich über der GoPro.

Die rückwärtige 5,5 MP Kamera liefert eine ähnlich hochwertige Bildqualität ab, jedoch mit etwas kleinerem Detailreichtum, dies wird aber durch die geringere Auflösung verursacht.

In schlechten Lichtverhältnissen schlagen sich beide Kameras (Front- und Rück-) durchaus ordentlich, dennoch sollte Ihnen klar sein, das diese kleinen Sensoren keine Low-Light Künstler sind, das sind sie alle nicht in diesem Sensor-Format, egal welchen Hersteller Sie nehmen.

Ton

Die beiden verbauten Frontmikros sind sehr hochfrequent, sie nehmen daher hohe Töne besser auf als tiefe Töne. Dieses Verhalten wirkt folglich wie ein Trittschallschutz.

Im Gegensatz zur GoPro SESSION 4 ist das Rauschen der Mikrophone sehr sehr leise. Der Vorverstärker der beiden Stereo-Mikros scheint seine Leistung je nach Umgebungslautstärke dynamisch anzupassen um einen optimalen Audiopegel zu erzeugen. Es kann daher passieren, das er in ruhigen Phasen die Verstärkung etwas anhebt und folglich ein leichtes Rauschen zu hören ist.

Das kratzige Vorverstärkerrauschen der GoPro finde ich persönlich jedoch viel lauter und unangenehmer als das der KeyMission.

Hinweis | Wenn Sie ein Video aus der Hand drehen, halten Sie die Finger still, die Bewegungen der Finger über das Gehäusematerial werden von den wirklich empfindlichen Mikros aufgezeichnet.

SnapBridge

Die kostenlose Transfer-App für das Smartphone steht ja schon sehr lange in der Kritik der Anwender. Zugegeben, es war nicht die beste Idee das unsichere Funk-Protokoll BlueTooth mit an Board der KeyMission zu nehmen, dennoch hat es durchaus seine Vorzüge, denn Sie übertragen die Bilder zum Smartphone mit einem Bruchteil des Stroms den Sie bisher für das WLAN-Protokoll verbrauchen mussten.

Tipp | Hin und wieder müssen Sie die BT-Verbindung im Systemmenü des Smartphones (Einstellungen) von Hand aufbauen, damit Kamera und Smartphone sich wieder „kennen“. Das ist oft dann der Fall, wenn Sie mit dem Smartphone zum Beispiel eine Stereoanlage via BT ansteuern oder gar eine andere Nikon-Kamera mit BT nutzen. Genau dann kennen sich SnapBridge und KeyMission 80 plötzlich nicht mehr (NIKON ist leider der Protokoll-Implementierung der Handyhersteller unterworfen und kann für diese Misere nichts).

Firmware

Aktuell befindet sich die KeyMission 80 noch bei der Version 1.1 das Betriebssystem ist als brand neu. Es bleibt also zu hoffen, das noch viele weitere Funkionen platz finden werden.

Das würde ich mir wünschen

Schade finde ich, das die KeyMission sich nicht merkt welche Kamera zuletzt benutzt wurde, Front- oder Rück-Kamera. Beim Einschalten ist immer die Frontkamera aktiv, statt die zuletzt gewählte.

Die rote Aufnahmeleuchte lässt sich leider nicht abstellen, ein unbeobachtetes Filmen ist daher etwas schwierig. Sie sollten die rote LED an der Front einfach abkleben oder Nikon spendiert ihr eine Softwareabschaltung.

Die Kamera beherrscht das BlueTooth-Protokoll, es währe ja toll wenn ich auch ein BT-Headset mit BT-Mikro anschließen könnte. Die Konkurenz kann es ja schließlich auch.

Die Einstellmöglichkeiten für Bild und Ton sind äußerst überschaubar, ein paar Variationen wären durchaus wünschenswert.

Fazit

Im Gegensatz zum vorherrschenden Klischee ist die KeyMission 80 nicht nur für Surfer, Fallschirmspringer, Bergsteiger oder Motorradfahrer geeignet.

Ich finde sie auf Grund der überragenden Bildergebnisse und des natürlichen Bildwinkels von 80 Grad ideal für das tägliche Vloggen, Fotografieren, Dokumentieren bei Reisen und auf Events für den sich auf natürliche Weise fortbewegenden Normalbürger, der bisher bei GoPro-Videos eine Reisetablette einnehmen musste um Übelkeit zu verhindern. *lacht*

Die Kamera ist extrem klein und unauffällig, daher gelingen teilweise ungewöhnliche Schnappschüsse die Sie sogar hochwertig auf 20×30 cm an jedem Fotodrucker ausbelichten können.

Die Software-Ausstattung von GoPro und Co liegt zwar noch deutlich über der KeyMssion 80, so lange aber Foto- und Videoqualität der KeyMission über der Konkurenz liegt, soll es mir recht sein. Desweiteren sollten Sie nicht vergessen, das die KeyMission gerade mal erst einige Monate alt ist und sie im laufe der Zeit sicherlich noch ordentlich an Leistungsvielfalt zulegen wird.

Lobenswert ist ebenfalls zu nennen, das Sie den Akku austauschen können. Zwar besitzt er kein elegantes Fach, dennoch können Sie das Gerät ähnlich einem Handy öffnen und einen Ersatzakku einsetzen.

Hinweis | An vielen Stellen lese und sehe ich auch immer wieder “ … die Akkulaufzeit liegt unter den Herstellerangaben … „. Logisch denn: ein Akkumulator entwickelt erst im laufe der Zeit (Wochen, Monate, Jahre,…) seine vollständige Ladekapazität. Folglich ist die Ladekapazität eines neuen Akkus kleiner als die eines Akkus der bereits einige Monate in Betrieb ist.

Hinweis | Aktuell konnte ich die GoPro SESSION 4 und die GoPro Hero + mit der aktuellen KeyMission vergleichen, andere Modelle stehen mir nicht zur Verfügung.

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