Was ist TTL?

Was ist eigentlich TTL-Belichtungsmessung und wie funktioniert sie? Genau dies kläre ich in diesem Beitrag.

Die TTL-Belichtungsmessung ist schon fast so alt wie die Fotografie selbst, sofern wir von elektronisch gesteuerte Blitzen und Belichtungen reden. Hinter den drei Buchstaben verbirgt sich natürlich eine Abkürzung: TTL = Through the Lens, also durch die Linse.

Es gibt aktuell zwei unterschiedliche Verfahren der TTL-Messung. Beginnen möchte ich mit der älteren und ersten Variante.

Altes Verfahren

Mit aufkommen der Halbleitertechnik, waren in den Kameras Fotodioden oder Fototransistoren verbaut, die durch das Objektiv die Lichtmenge auf dem Analog-Film gemessen haben. Durch diese Technik wird auch das Hintergrundlicht der gesamten Umgebung sehr stark in die Belichtung mit einbezogen, da die Foloelemente nur das grobe Gesamtlicht messen konnten.

Im Moment des auslösen des Blitzes, messen die Fotoelemente die einströmende Lichtmenge durch das Objektiv und leiten das Ende der Belichtung ein wenn der Film genügend belichtet ist. Die Kamera sendet ein Ende-Signal an den TTL-Blitz.

Auf diese Weise wurde eine optimale Filmbelichtung gewährleistet.

Neues Verfahren

Die TTL-Technik hat sich im laufe der Jahre etwas verändert. Für die optimale Belichtung über TTL-Blitze, fordert die Kamera die angeschlossenen Systemblitze auf einen unsichtbaren Kontrollblitz abzugeben, der Sensor kann das Licht durch das Objektiv empfangen und der Prozessor errechnet bereits vor der Auslösung eine Belichtungszeit unter Berücksichtigung der Blitzleistung, ggf. wird diese noch von der Kamera reguliert.

Da der Sensor die Lage des Motivs und den Fokuspunktes kennt, bevorzugt er diesen Bildbereicht für die Beurteilung der Berechnung.

Jetzt erfolgt die Auslösung des Kameraverschluss mit den zuvor errechneten Blende/Zeitkombination und der durch die Kamera eingestellten TTL-Blitzleistung des Systemblitzes.

Was ist der Unterschied?

Ältere Systeme regulieren die Lichtmenge während der Aufnahme und beenden diese wenn der Film ausreichend belichtet ist. Motiv und Hintergrund sollten meistens optimal belichtet sein.

Neuere Systeme errechnen vor dem Auslösen bereits alle Parameter und stellen die Blitzleistung ggf. ein um den Sensor optimal zu belichten. Das Motiv ist meist korrekt belichtet, die Lichtwerte des Hintergrundes werden stärker vernachlässigt. Das Motiv hebt sich meist etwas stärker vom Hintergrund ab.

Die Nikon D7100

Als Fotograf können Sie bei der Nikon D7100 zwischen beiden Varianten wählen, denn sie beherrscht beide Verfahren und emuliert die alte TTL-Messung der frühen Fototechnik ganz hervorragend, es wird das gesamte Bild des Sensors für die Belichtungssteuerung herangezogen (Option Hintergrund im Menü der Kamera). Folglich wird versucht alle Bildbestandteile optimal zu belichten.

Im neueren Verfahren kann die Nikon D7100 sich deutlicher auf das Motiv konzentrieren, um es optimal zu belichten. Die Folge ist, das sich das Motiv stärker heraushebt und der Hintergrund deutlich dunkler abfällt.

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